Mäuse

 

Die Zwergmaus

Sie ist die kleinste Maus der Überfamilie Mäuseartige in Europa. Mit ihrer oberseits gelbbraun bis rötlichen, unterseits gelblichweißen Färbung und behaartem, zweifarbigem, greiffähigem Schwanz hat sie eine Körperlänge von  ca. 10-16 cm bei einem Gewicht von 5-10 g, trächtige Weibchen bis 13 g. Die Schwanzlänge beträgt ca. 5-8 cm. Mit einem Alter von 11-12 Tagen verlassen die jungen Zwergmäuse zum ersten mal das Nest, sind mit ca. 18 Tagen selbstständig und mit 35-50 Tagen Geschlechtsreif. Sie können nach einer Tragzeit von ca. 21 Tagen bis zu 7 Würfe pro Jahr  mit 3-8 Jungen pro Wurf haben. Sie sind nacht.- und vor allem tagaktiv, klettern gern in hohen Wiesen und Buschland und werden ca. 4 Jahre alt.

Sie haben große Augen und rundliche Ohren, bewegliche Zehen und einen kräftigen Greifschwanz, mit dessen Hilfe sie sich langsam kletternd im „Halmwald“ fortbewegen, wo sie auch ihre kugeligen Hochnester in 30-80 cm Höhe errichten. Diese haben 1-2 seitliche Öffnungen. Das Nest ist sehr stabil und trotzt Sturm und Regen. Es ist ein typisches Sommernest, in dem die Jungen aufgezogen  werden. Im Winter zieht die Zwergmaus ins Erdreich oder in Scheunen, vor allem solchen mit Vorräten, wo sie ihre Bodennester anlegt. Sie ernährt sich von Grassamen, Getreidekörnern, anderen Sämereien, Pflanzenteilen, Insekten und deren Larven. Bevorzugt werden Hafer und Weizen. Bei Gefahr nehmen die Tiere eine unbewegliche Tarnstellung ein, aus der sie sich plötzlich auf den Boden fallen lassen können. Fressfeinde haben sie unter den  größeren Nagern; Igeln, Spitzmäusen und Raubtieren. Bei der Geburt wiegen die Tiere knapp 1g und sind 2 cm lang. In ihrer Jugend sind sie sehr spielfreudig, obwohl sie noch gar nicht beißen können, werfen sie sich wie Hamster auf den Rücken. Wenn sie zum erstenmal das Nest verlassen, reagieren sie auf das kleinste Rasseln im Schilf mit Flucht, während stärkere Geräusche sie nicht weiter irritieren. Nachdem die Jungen selbständig geworden  sind, wird das alte Nest von der Familie verlassen, und das Weibchen baut ein neues. Die wärmeliebenden Tiere nehmen gern Sonnenbäder. Die hochinteressanten Mäuse sind für die Haltung im Turmterrarium hervorragend geeignet, da sie schnell zahm werden und nicht duften. Das Terrarium für ein Pärchen mit seinen Jungen sollte mindestens l m hoch und je 0.5 m breit und tief sein. Es empfiehlt sich für die eine Seite Glas, für die Zweite Maschendraht (5 mm Weite) und für die übrigen Seiten nicht durchnagbares Material. Auf den Boden geben wir ein Stück natürlichen Biotop (Schilf, hohe Gräser oder Getreide mit Erdreich), der gepflegt werden muss. Zur Ernährung dienen Samen und halbreife Getreidekörner, solange es möglich ist, als Leckerbissen gibt es Raupen und kleine Insekten. Da die Pflege des Terrariums einige Ansprüche an den Halter stellt, sind Zwergmäuse nichts für Kinder und Anfänger. Ansonsten aber sind sie zweifellos die interessantesten aller Mäuse.

 

Die Striemengrasmaus

    Ist eine ca. 9-13 cm große Maus mit 6 Längsstreifen auf dem Rücken. Die Streifen sind abwechselnd hellbraun-weißlich und dunkelbraun ähnlich der Zeichnung eines Streifenhörnchens. Der ca. 7-14 cm lange Schwanz ist stärker behaart als bei der Hausmaus. Ihr Gewicht beträgt ca. 45g. Sie sind mit ca. 3Monaten Geschlechtsreif und bringen nach einer Tragzeit von 26 Tagen 3-9 nackte, blinde junge in eigens dafür separat gebauten Nestern zur Welt.  Außerhalb des Nestes fiepen verlorengegangene Junge sehr intensiv. Sie sind Tag.- und Nachtaktive gesellig lebende Tiere die Wärme und Trockenheit lieben und sich überwiegend vegetarisch ernähren, selten fressen sie auch mal Insekten. Es wurden in der Natur Rudel bis zu 25 Tieren in einem Bau gefunden. Menschliche Behausungen werden nur selten genutzt.

Ansonsten ist über das Leben dieser  Mäuse in freier Natur nicht viel mehr bekannt.

Das Terrarium muss geräumig, nagesicher, warm und trocken sein.  Ideal ist ein Biotop-Terrarium mit tiefem Sandboden und auswechselbarer Vegetation, das viel Versteckmöglichkeiten und Bewegungsspielraum bietet. In zu kleinen Terrarien drehen sich die Mäuse häufig um die eigene Achse oder laufen ziellos umher. Zum Eingewöhnen setzt man fremde Tiere in kleineren Drahtkäfigen mitten ins Gehege, so das sie nicht gebissen werden können, jedoch nach und nach den Geruch der Altinsassen annehmen. Die Nester werden ober.- und unterirdisch angelegt. Dabei werden Pflanzenfasern sehr fein zersplissen und ihre Teile derart ineinander verwoben, das ein kugelförmiges Nest entsteht, das innen mit Gängen und Kammern durchzogen ist in dem die Tiere die meiste Zeit des Tages verschlafen. Nur zum Futterempfang und zum sonnen kommen sie heraus. Sie putzen sich oft und anhaltend. Als Futter dienen reife und halbreife Unkrautsamen, eingeweichter Mais, anderes Getreide, vor allem aber frisches Gras und frische, angekeimte Samen. Zur Abwechslung gibt es Möhren, gekochte Kartoffeln und ab und zu Insekten.  

 

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